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Mountainbike Europameisterschaften Haifa

Sabine Spitz: Hoch puschen
Mountainbike Europameisterschaften Haifa

Europameisterschaft erstes Highlight nach der Genesung/ extreme EM im Heiligen Land / Olympia-Mountainbike schon im Museum.

Eine Europameisterschaft am asiatischen Mittelmeer, das ist auch für die Reise erfahrenen Mountainbiker nicht alltäglich. Für Sabine Spitz, Olympiasiegerin von Peking, aber kein Grund zur Besorgnis. Sie hat das unbekannte Terrain in Haifa/Israel längst inspiziert, folgert, dass der sehr anspruchsvolle Kurs ihr wohl liege.

Der Einstieg mit der Staffel (Anm.: 10. Platz) war aber eher ein holpriger EM-Aufgalopp…
Sabine Spitz: „Weil unser Startfahrer gleich eine Reifenpanne hatte und bis zum Depot sieben Minuten verloren gingen. Ansonsten wäre unsere Kalkulation mit Rang 3 vielleicht aufgegangen. Wichtig war, das Gelände im Wettkampfeinsatz zu testen. Da erfährt man eher, welche Stelle gefährlich ist, wie die Passagen mit höchster Intensität zu bewältigen sind.“

Haifa ist für alle Neuland: Wie präsentiert sich die Strecke im Hinblick auf das EM-Rennen am Freitag?
Sabine Spitz: „Sie erfordert immer 100 Prozent Konzentration, selbst auf den kurzen Asphaltwegen muss man powern. Der Boden ist ansonsten extrem locker, wird von den Reifen zusätzlich zermahlen und bröselt ganz auseinander. Es kommt darauf an, den richtigen Schwerpunkt auf dem Rad zu behalten. Gegen Ende, wenn die Konzentration nachlässt, könnte es viele Stürze geben. Ich werde vermutlich auch nicht fehlerfrei bleiben, darf es aber nicht mit der Brechstange versuchen. Smooth fahren, mit maximalem Grip, lautet die Devise.“

Nach Leisten-OP und Erkältungen im Frühjahr begann Ihre Saison mit Hindernissen: bis zum ersten Sieg kürzlich in Albstadt. Wie viel Prozent der Olympia-Form hat die Goldmedaillengewinnerin von 2008 heute?
Sabine Spitz: „Schwierig zu sagen. Über die olympische Leistungsfähigkeit verfüge ich sicher nicht, doch das trifft wahrscheinlich auch auf die Konkurrenz zu und hängt mit dem Leistungs-Zyklus zwei Jahre danach zusammen. Natürlich muss ich ein Defizit ausgleichen. Im Mai lagen die anderen schon bei 90 Prozent, ich aber erst bei maximal 70. Aber ich konnte meine Form relativ schnell hoch puschen. Zuletzt mit Starts bei Abendkriterien, um Spritzigkeit und Antritt zu verbessern.“

Also voller EM-Einsatz bei extremer Hitze im Heiligen Land – keineswegs nur Schwung holen für die heimische MTB-Marathon-Weltmeisterschaft Anfang August in St. Wendel?
Sabine Spitz: „Beides, aber das sind europäische Titelkämpfe, die darf man nicht kleinreden. Ich habe meine Ambitionen, auch wenn eine gewisse Unsicherheit über der Form schwebt. Ein Top 5-Resultat wäre gut. Schon morgens zeigt das Thermometer 37 Grad, die Luftfeuchtigkeit kommt hinzu. Das ist mir lieber als bei unter 10 Grad.“

Kommt eigentlich das superleichte Olympia-Hightech-Rad zum Einsatz, oder ist das längst im Museum?
Sabine Spitz (lacht): „Tatsächlich, es ist im Museum… In Dresden, als Leihgabe für eine Ausstellung über Carbon-Exponate. Beim aktuellen GHOST HTX Lector Evolutionsmodell in der „central-Teamedition“, kommt der Rahmen von GHOST. Die Komponenten stammen von Spezialisten wie z.B. KMC, Magura, Schwalbe, SRAM, Syntace, Crank Brother, Nokon, Smolke und TUNE.“

8. Juli 2010